Kristin Palitza is an award-winning Africa correspondent for various newspapers in Germany, Austria and Switzerland as well as stringer for TIME and dpa. She also works from time to time as a news editor. In her spare time, she likes to write a literary blog.

She lives and works in Cape Town, South Africa, but is available for assignments anywhere on the continent.

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Kristin Palitza arbeitet als freie Afrika-Korrespondentin für zahlreiche Zeitungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und ist feste freie Mitarbeiterin bei dpa und TIME. Von Zeit zu Zeit arbeitet sie auch als Redakteurin. In ihrer Freizeit schreibt sie gern an ihrem literarischen Blog.

Sie lebt und arbeitet im südafrikanischen Kapstadt, ist jedoch für Aufträge überall in Afrika verfügbar.

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'What is Left Unsaid: Reporting the South African HIV Epidemic' is a collection of articles and research that document South Africa's political struggle against HIV/Aids and the role of the media therein. Kristin Palitza is the main editor of the book, which was published by Jacana in 2010.

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'What is Left Unsaid: Reporting the South African HIV Epidemic' ist eine Sammlung von Artikeln und wissenschaftlichen Texten, die Südafrikas politischen Kampf gegen HIV/Aids und die Rolle der Medien dokumentieren. Kristin Palitza ist die Hauptherausgeberin des Buches, welches in 2010 von Verleger Jacana veröffentlicht wurde.

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Tuesday
Jun072011

Heiße Debatte um Zapiro-Cartoon

Afrika Post | Juni 2011

Fast zwei Dekaden nach Ende der Apartheid hat sich Südafrika fest als Demokratie etabliert. Nicht zuletzt aufgrund seiner Verfassung, die als eine der fortschrittlichsten der Welt gilt. Nun streiten sich Südafrikas Intellektuelle über deren Grenzen.

Von Kristin Palitza

Eine heiße Debatte zum Thema Meinungs- und Pressefreiheit ließ Südafrikas Druckerpressen heiß laufen. Der weitläufig respektierte ehemalige Richter des Obersten Verfassungsgerichts, Albie Sachs, hatte den beliebten Cartoonisten Jonathan Shapiro – alias Zapiro – öffentlich scharf kritisiert. Zapiros Karikatur „Vergewaltigung der Justiz“, die bereits im September 2008 in Südafrikas Wochenzeitung Sunday Times erschienen war, habe die Gefühle von Millionen Südafrikanern zutiefst verletzt, meinte Sachs.

Der Cartoon zeigt Präsident Jacob Zuma mit geöffnetem Hosenschlitz. Vor ihm halten vier Minister eine Frau, die eine „Justizsystem“-Schärpe trägt, auf dem Boden fest. In einer Sprechblase fordert der Generalsekretär des Afrikanischen Nationalkongress (ANC), Gwede Mantashe, Zuma zum Handeln auf: „Vorwärts, Boss!“.

afrikaberichtete in der Ausgabe 1/09). Nach der Veröffentlichung der Karikatur verklagte Zuma Zapiro in Millionenhöhe. Der Fall ist noch nicht vor Gericht gekommen.

„Ein Übermaß an Meinungsfreiheit“

Zapiro sei zu weit gegangen, äußerte sich nun der pensionierte Richter während Vorträgen in Kapstadt und Durban. Die Rolle des Künstlers in politisch brisanten Situationen solle folgende sein, meinte Sachs: zwischen den Stühlen. Das sei zwar unbequem, aber notwendig. Sachs appellierte an Meinungsmacher, Zurückhaltung zu üben, wenn es um Themen nationaler Bedeutung gehe. Zapiros Karikatur sei ein Beispiel für ein Übermaß an Meinungsfreiheit, das mehr Schaden anrichte als Gutes tue. Zwar bezeichnete Sachs Zapiro als einen „Satiriker großen Kalibers mit großer Zivilcourage“, doch betonte er, der Cartoon sei zutiefst beleidigend, vor allem für schwarze Männer.

Das Erstaunen war groß. Sachs, der seinen rechten Arm durch eine Autobombe im Freiheitskampf verloren hat, weigerte sich, den Rechtsstreit zwischen Zapiro und Zuma anhand legaler Maßstäbe zu analysieren. Stattdessen rechtfertigte er sein Eintreten für Zuma mit ihrer langjährigen Freundschaft. Die Karikatur sei für ihn „persönlich schmerzhaft“ gewesen.

„Cartoon war gerechtfertigt“

Sachs Rede habe ihn „schockiert“, sagte Zapiro, der im Publikum saß und das Wort verlangte. Er verteidigte sein „Recht, ungehobelt zu sein und die mächtigsten Leute herauszufordern“. Als er den Cartoon vor knapp drei Jahren zeichnete, sei er sich dessen Brisanz vollkommen klar gewesen. Zumas Verhalten während seines Korruptionsverfahrens habe die drastische Zeichnung gerechtfertigt. „Ich habe gedacht, hier ist jemand, der die Justiz mobbed. Ich wusste, dass Aspekte des Cartoons einige Leute verletzen würden, aber es war ein unglaublich wichtiger Moment [südafrikanischer Geschichte]“, erklärte Zapiro. „[Der Cartoon] setzte Zuma unter Druck zu sagen, dass er das Justizsystem respektiert.“

Der südafrikanische Menschenrechtler Zackie Achmat, der ebenfalls dem Vortrag beiwohnte, kam Zapiro zu Hilfe. Sachs habe mit seiner Rede der Meinungsfreiheit einen „heftigen Schlag versetzt“, meinte Achmat, Grün- der der Nichtregierungsorganisation Treatment Action Campaign (TAC), die für einen bezahlbaren Zugang zu AIDS-Medikamenten kämpft. Er sei bestürzt zu hören, dass Sachs öffentlich versuche, Sympathien für Zuma zu gewinnen. Der Richter missbrauche seine Autorität, um Künstler einzuschüchtern. Sachs persönliche Ansichten bezüglich der Karikatur seien kein Grund, Meinungsfreiheit in Frage zu stellen.

Sachs erwiderte, es gehe ihm vor allem um den „Ton und das Format“ öffentlichen Dialogs. „Ich stimme zu, dass Künstler mutig sein sollen, doch sie sollten sich gleichzeitig über die Macht von Worten im Klaren sein“, sagte er.

Die Bilanz dieses öffentlichen Gefechts könnte über den zukünftigen Ton in Südafrikas Medienwelt entscheiden.

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