Kristin Palitza is an award-winning Africa correspondent for various newspapers in Germany, Austria and Switzerland as well as stringer for TIME and dpa. She also works from time to time as a news editor. In her spare time, she likes to write a literary blog.

She lives and works in Cape Town, South Africa, but is available for assignments anywhere on the continent.

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Kristin Palitza arbeitet als freie Afrika-Korrespondentin für zahlreiche Zeitungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und ist feste freie Mitarbeiterin bei dpa und TIME. Von Zeit zu Zeit arbeitet sie auch als Redakteurin. In ihrer Freizeit schreibt sie gern an ihrem literarischen Blog.

Sie lebt und arbeitet im südafrikanischen Kapstadt, ist jedoch für Aufträge überall in Afrika verfügbar.

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Books

'What is Left Unsaid: Reporting the South African HIV Epidemic' is a collection of articles and research that document South Africa's political struggle against HIV/Aids and the role of the media therein. Kristin Palitza is the main editor of the book, which was published by Jacana in 2010.

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'What is Left Unsaid: Reporting the South African HIV Epidemic' ist eine Sammlung von Artikeln und wissenschaftlichen Texten, die Südafrikas politischen Kampf gegen HIV/Aids und die Rolle der Medien dokumentieren. Kristin Palitza ist die Hauptherausgeberin des Buches, welches in 2010 von Verleger Jacana veröffentlicht wurde.

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Friday
Feb182011

Mit Biogemüse gegen Armut

Landbote | 15. Februar 2011

Eine südafrikanische Hilfsorganisation unterstützt mit Gemeinschaftsgärten arme Bäuerinnen rund um Kapstadt. Ein Vorbild für ganz Südafrika.

Von Kristin Palitza

Mit dem Handrücken wischt sie sich ein paar Schweißperlen von der Stirn und rückt ihr bunt gemustertes Kopftuch zurecht, das sie vor der Hitze des Tages schützen soll. Es ist später Vormittag, doch Maggie Mbovu hat bereits gute fünf Stunden auf ihrem Feld geschuftet.
 
Zusammen mit vier anderen Bäuerinnen hat sie Kohl, Mohrrüben, Zwiebeln und Kartoffeln angepflanzt, die bald geerntet werden sollen. Dann wird das Gemüse von Hilfsorganisation Abalimi Bezekhaya („Heimatbauern“) abgeholt und vermarktet. So erhalten die Bäuerinnen, die in Gugulethu, einem der größten Elendsviertel Südafrikas leben, Zugang zu Lebensmittelmärkten – und zu einem Gehalt.
 
„Zuvor hatte ich nur ein bisschen Gemüse angepflanzt, damit meine Familie etwas zu essen hat. Doch jetzt wo ich Mitglied des Gemeinschaftsgartens bin, hat sich mein Leben verändert. Uns geht es gut. Es ist harte Arbeit, aber es macht Spaß. Und ich bleibe bei Kräften“, sagt die 66jährige Mbovu während sie in ihrem Garten in Gugulethus Fezeka Sektion einen Kohlkopf kritisch im Sonnenlicht inspiziert.
 
Es ist das Ziel Abalimis, Bäuerinnen in den Slums rund um Kapstadt durch ökologischen Landbau von einem Leben zu befreien, wo es tagtäglich ums Überleben geht. Anstatt ein paar Kartoffeln anzubauen, um die Familie durchzubringen, soll die Initiative es den Frauen ermöglichen, ein angemessenes Einkommen zu erwirtschaften.

 

Die Organisation unterstützt derzeit 3.000 Bäuerinnen mit kostenfreien Setzlingen, Samen und Kompost, aber auch mit Training in landwirtschaftlicher Produktion und kaufmännischen Fähigkeiten. Doch vor allem hilft Abalimi den Landwirtinnen, ihr Gemüse im Stadtgebiet zu verkaufen.

 

Warum Abalimi hauptsächlich Frauen unterstützt? „Wir sehen ganz klar, dass Frauen ihr Gehalt der ganzen Familie und sogar dem engeren Gemeindekreis zukommen lassen, während Männer ihr generell Geld für sich selbst ausgeben“, erklärt Abalimi Bezekhaya Projektleiter Rob Small. Und da die Organisation Armutsbekämpfung als Ziel hat, sei es nur logisch, mit der Unterstützung von Frauen anzufangen.

 

„Unser Projekt ist halb kommerziell, halb sozial. Die Bäuerinnen verkaufen ihre Ernte, um Geld zu verdienen, aber behalten auch einen Teil des Gemüses zurück. Und das kommt ihren Familien sowie verarmten Gemeindemitgliedern zugute“, erklärt Small. 

 

Jeder Abalimi Gemeinschaftsgarten ist 500 m2 groß und macht jeder Landwirtin monatlich zwischen 150 Euro und 310 Euro Profit. Das hört sich wenig an, doch in Südafrika, wo der gesetzlich festgelegte Mindestlohn für Landarbeiter nur 130 Euro pro Monat ist, machen die Einnahmen einen großen Unterschied im Leben der Bäuerinnen.

 

„Als wir unser Projekt begannen wurde uns gesagt, es sei unmöglich landwirtschaftliche Arbeitsplätze auf nur 500 m2 zu schaffen. Alle Experten sind der Meinun, man brauche riesige Felder, um Gewinn zu machen. Das ist totaler Blödsinn“, sagt Small.

 

Small glaubt, die Potential der Gemeinschaftsgartenansatz hat großes, noch unausgenutztes Potential. Mit mehr landwirtschaftlicher Kompetenz könnten die Bäuerinnen drei- oder vielmehr soviel von ihren kleinen Feldern erwirtschaften, meint er, aber dazu bräuchten sie noch mehr Erfahrung. Doch das soll mit der Zeit kommen.

 

Abgesehen vom Gemüseanbau hilft Abalimi den Bäuerinnen, ihre Waren auf Lebensmittelmärkten und in Supermärkten zu vermarkten. Denn für diejenigen, die in den abgelegenen Slums Südafrikas leben, ist es schwierig, ihre Erzeugnisse in Städte zu transportieren, wo es die größte Nachfrage und Kaufkraft gibt. „Die meisten haben keine Autos“, erklärt Small. Und Gugulethu ist gute 30 Kilometer von Kapststadt entfernt.

 

Zusätzlich verkauft Abalimi das organische Gemüse jede Woche an zahlreichen Schulen in und um Kapstadt, wo Familien Lieferungen vorbestellt haben. Jeden Dienstag Morgen wird das frische Gemüse von mehr als 20 Gemeinschaftsgärten abgeholt, gewaschen, in Kisten gepackt und direkt an die Schulen geliefert. Eine große Kiste kostet 9.50 Euro, eine kleine 6.50 Euro.

 

Damit schlagen Kunden zwei Fliegen mit einer Klappe: sie bekommen kostengünstiges, organisches Gemüse fast vor die Haustür geliefert und tun gleichzeitig etwas für einen guten Zweck.

 

Momentan verkauft Abalimi jede Woche fast 250 Kisten. Die eine Hälfte des Profits fließt in die Taschen der Bäuerinnen, die andere wird genutzt, um die Organisation zu führen. „Abalimi ist ein soziales Unternehmen, das Fair Trade Prinzipien unterliegt. Niemand wird hier reich, und alle Einnahmen kommen direkt oder indirekt den Bäuerinnen zugute“, sagt Small.

 

Gladys Puza, einer Mutter von fünf Kindern, 22 Enkeln und 24 Großenkeln, ist eine der Bäuerinnen, deren Leben sich aufgrund des Landbauprojekts drastisch geändert hat. „Abalimi ist eine gute Sache. Zum ersten Mal kann ich mein Gemüse in der Stadt verkaufen. Vorher hatten wir keinen Zugang zu Märkten, und unsere Waren sind oft verrottet weil wir sie nicht verkauft konnten“, sagt Puza.

 

Abalimi hat große Pläne für die Bäuerinnen. Bei Ende des Jahres will die Organisation wöchentlich 400 bis 500 Kisten verkaufen. „Und bei 2012 sollen es 600 Kisten pro Woche sein. Damit würden wir Gemüse fünf Tage die Woche liefern und genug Profit machen, um mehr Bäuerinnen in unser Programm aufzunehmen“, hofft Small.

 

Paul Cohen, Vorsitzender der südafrikanischen Gesellschaft für Landwirtschaftliche Bildung und Entwicklung, glaubt Abalimi hat eine wertvolle Strategie entwickelt, um Armut zu bekämpfen und Nahrungsmittelsicherheit in Slums zu verbessern.

 

„Es ist ungemein schwierig für Kleinbauern, Zugang zu großen Märkten zu erhalten, vor allem weil die südafrikanische Regierung hauptsächlich Agrar-Großbetriebe und Monokulturen fördert“, erklärt Cohen. „Südafrika verfolgt makro-ökonomische Richtlinien, die kurzfristige Profite anstatt von langfristiger Investition in die Landwirtschaft anstreben.“

 

Daher würden Kleinbauern, die bei der Massenproduktion für den Exportsektor und global Märkte nicht mitmischen können, weitgehend von landwirtschaftlicher Politikgestaltung ignoriert, sagt Cohen. Doch in Entwicklungsländern wie Südafrika dürfe es nicht ausschließlich um Profit gehen. Die Regierung müsse auch soziale Aspekte, wie zum Bespiel Nahrungsmittelsicherheit und Arbeitsbeschaffung, berücksichtigen.

 

„Es muss ein Weg gefunden werden, Wirtschaft, Arbeitslosigkeit, Hunger und Gesundheit zu integrieren. Die Regierung muss Maßnahmen zur Armutsbekämpfung mit auf Wachstum ausgerichteten Wirtschaftsmodellen verbinden“, fordert Cohen.

 

Abalimis organisches Landbauprojekt für Kleinbauern könnte Teil der Lösung sein. Small hofft, dass die Regierung sowie Hilfsorganisationen sich an Abalimis Ansatz ein Beispiel nehmen: „Mit weniger als 100 Rand (10 Euro) an monatlicher Unterstützung pro Landwirtin helfen wir den Frauen, einen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich hoffe, Leute werden von unserem Model lernen. Wir würden gerne sehen, dass es überall im Land imitiert wird“.

 

 



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